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Wieso sind Fotografen so teuer?

Aktualisiert: 4. Feb.

Vor allem diejenigen, die sich bislang noch nicht mit der Auftragsfotografie als solches beschäftigt haben, trifft vermutlich zunächst einmal der Schlag, wenn sie das Angebot des Hochzeitsfotografen erhalten. Gerne werden hierbei mal mehrere hundert Euro für ein paar Stunden fotografieren fällig.


Zugegeben, mir ging es damals nicht anders. Als ich mich in der Fotografie erstmalig mit der Auftragsfotografie beschäftigt habe und mal so bei den Preisen meiner Berufskollegen umgeschaute, dachte ich mir auch meinen Teil.


Ich übe die Fotografie nebenberuflich aus, als ich die Stundensätze der anderen gesehen habe, kam mir jedoch auch in den Sinn, dass ich die beruflichen Prioritäten möglicherweise lange Zeit falsch gesetzt habe. Ein Stundensatz von mehreren hundert Euro klang für mich wie ein schlechter Witz.

Brautpaarshooting
Beispielbild eines Brautpaarshootings

Es überrascht mich daher nicht, dass einige erst einmal Schlucken, wenn sie das Angebot öffnen. Doch ist es wirklich so, verdienen sich Fotografen mit ein paar Stunden fotografieren ihren Sommerurlaub? Nun ja, kurzgesagt: Nein.


Natürlich gibt es hier bei jedem Fotografen Unterschiede und verschiedene Kosten. Ich möchte daher an dieser Stelle aus meiner Perspektive berichten.


Fangen wir einmal vorne an. Um die Fotografie gewerblich ausüben zu können, bedarf es zunächst einmal einer gewerblichen Anmeldung. Hierzu ist es ebenfalls erforderlich, sich bei der örtlichen Handwerkskammer eintragen zulassen. Alleine hierfür fallen schnell einmal Kosten von mehreren hundert Euro an.


Ist das erledigt, kommt der wahrscheinlich kostenintensivste Teil des Fotografierens, die Technik. Angefangen bei der Kamera welche, je nach Modell und Eigenschaften, gerne einmal zwischen 1.000 Euro bis 7.000 Euro kosten kann. Für die Auftragsfotografie ist es hierbei, zumindest aus meiner Sicht, erforderlich über mindestens zwei Kameras zu verfügen. Sollte zum Beispiel am Hochzeitstag eine der Kameras den Geist aufgeben, erwartet der Kunde (zurecht), dass ein Einsatz vorhanden ist und die vereinbarte Leistung erbracht wird.


Neben der Kamera benötigt man auch noch die passenden Objektive. Diese stehen Kameras preistechnisch in Nichts nach. Auch hier fallen wieder mehrere tausend Euro an. Auf den Rest des Equipments wie beispielsweise Kamerarucksack, Stativ, Speicherkarten und Blitz verzichte ich an dieser Stelle einmal, auch hierfür fallen noch mehrere hundert Euro an Kosten an.


Um als Fotograf Kunden zu gewinnen, bedarf es viel Zeit und Arbeit. Niemand möchte die "erste" Hochzeit sein und nur die wenigsten Menschen beauftragen einen Fotografen, ohne vorab entsprechende Bilder in dessen Portfolio gesehen zu haben. Man muss hier also zunächst viele Stunden an unvergüteter Arbeit erbringen, um sich ein eigenes Portfolio aufzubauen.


Hat man genug Bilder für ein erstes Portfolio gesammelt, benötigt man eine Website um somit potentielle Kunden werben zu können. Auch diese kostet monatlich einiges an Geld und will mit viele Zeit unterhalten werden.


Hat man dann nach langer unvergüteter Arbeit und einiger Investitionen den ersten Auftrag in der Tasche, beginnt das kalkulieren. Hierbei ist vielen ein Punkt nicht bewusst, das Fotografieren ist der kleinere Teil der Arbeit. Der größte Teil der Auftragsfotografie besteht aus der Bildnachbearbeitung. Jeder, der schon einmal 2.000 Bilder von "gut" bis "schlecht" sortiere musste oder die Galerie in seinem Smartphone ausgemistet hat, kann sich in etwa vorstellen wie lange es dauert, die Bilder einer Hochzeitsreportage zu sichten.


Hat man sich dann nach einigen Stunden für die gelungenen Bilder entschieden, beginnt die Nachbearbeitung. Hierbei ist jedes Bild für sich anzupassen. Wenn man Glück hat, waren die Farben und das Licht an der Location so schön und passend, dass pro Bild nur wenige Minuten anfallen. Doch auch wenn dies der unwahrscheinliche Fall war, so ergeben auch nur wenige Minuten pro Bild auf 1.000 Bilder gerechnet eine nicht unbeträchtliche Zeitspanne.


Wenn du dich fragst, warum man überhaupt eine Bildnachbearbeitung braucht, dann lies doch meinen Beitrag zur Bildnachbearbeitung!


Die Bilder werden nach der Bearbeitung in der Online-Galerie eingestellt, auch diese kostet monatlich Geld.


Wichtig ist hierbei auch Anzumerken, dass die Auftragslage in der Fotografie, insbesondere in der Hochzeitsfotografie, stark schwank. Die meisten Hochzeiten finden im Sommer statt. Es gibt im Winter also auch manchmal Monate, in denen man keinen Cent verdient und dennoch die laufenden Kosten decken muss.


Abschließend lässt sich also sagen, Fotografen sind bestimmt nicht billig, doch es ist mitnichten so, dass man sich als Fotograf dumm und dämlich verdient. Hinter der offensichtlichen Arbeit stecken viele Stunden an ungesehener und unbezahlter Arbeit und zudem einiges an Kosten.


Wenn die Stunde also mit 150,00 Euro angesetzt ist, bleiben hier bei aller Hintergrundarbeit, den laufenden Kosten und der Steuer nur noch wenige Euro übrig.


Solltest du dich für meine Preise interessieren, schau doch gerne einmal bei meinem Preisrechner vorbei. Hier kannst du dir die fotografischen Kosten für deine Hochzeit berechnen lassen. Ich freue mich von dir zu hören!

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